Honig ist nicht gleich Honig. Zwischen einem hellen Akazienhonig und einem beinahe schwarzen Waldhonig liegen Welten – in Farbe, im Geschmack und auch darin, wie lange er flüssig bleibt. Unter unserer eigenen Marke Medinarium führen wir mehrere Sorten sowie eine Reihe weiterer Bienenprodukte. Hier eine kleine Orientierungshilfe, bevor Sie sich entscheiden.
Akazienhonig: hell, mild, lange flüssig
Der Akazienhonig stammt vom Nektar der Robinienblüte und ist der hellste unserer Honige: fast wasserklar bis blassgolden. Sein Geschmack ist sehr mild und blumig, ohne jede Schärfe – deshalb ist er der Klassiker für alle, die Honig eigentlich für zu kräftig halten, und auch für Kinder. Weil er von Natur aus mehr Fruchtzucker als Traubenzucker enthält, bleibt er sehr lange flüssig und lässt sich gut vom Löffel gießen. Wir führen ihn auch in der Variante mit Walnüssen.
Lindenhonig: der Duft des Frühsommers
Wenn die Linden blühen, riecht ein ganzes Dorf danach. Genau das findet sich im Lindenhonig wieder. Frisch geschleudert hat er häufig einen leicht grünlichen Schimmer, der mit der Zeit ins helle Gelb wechselt. Der Geschmack ist deutlich kräftiger als bei der Akazie, blumig mit einer minzig-frischen Spitze und einer angenehmen leichten Herbe im Abgang. Er kristallisiert schneller als Akazienhonig und wird dabei meist fein bis mittelgrob.
Waldhonig: dunkel und würzig
Der Waldhonig ist kein Blütenhonig im engeren Sinn. Die Bienen sammeln dafür Honigtau, den zuckerhaltigen Saft, den Insekten an Nadel- und Laubbäumen hinterlassen. Das Ergebnis ist dunkelbraun bis fast schwarz, mit rötlichen Reflexen im Glas, und schmeckt malzig, harzig und deutlich weniger süß als Blütenhonig. Weil er wenig Traubenzucker enthält, bleibt auch er lange flüssig. Wer Honig zu Käse mag, sollte hier anfangen.
Blütenhonig: das Sortiment eines Sommers
Der Blütenhonig ist ein Mischhonig aus dem, was in der Umgebung des Bienenstandes gerade blüht – Obstbäume, Wiesenkräuter, Klee. Er ist mittelgolden, vollmundig, mit einer runden, klassischen Honignote, und er kristallisiert von allen unseren Sorten am ehesten. Das ist übrigens kein Makel: Kristallisieren ist ein natürlicher Vorgang und ein Zeichen dafür, dass der Honig nicht stark erhitzt wurde. Wer ihn wieder streichfähig möchte, stellt das Glas in ein lauwarmes Wasserbad – nicht heißer als etwa 40 °C, sonst leidet das Aroma.
Wabenhonig, Waldbeeren, Propolis, Pollen und Perga
Beim Wabenhonig bekommen Sie das Erzeugnis unverändert so, wie die Bienen es angelegt und mit Wachs verdeckelt haben. Man schneidet ein Stück ab und isst die Wabe mit; das Wachs bleibt als kaubarer Rest zurück. Sehr schön auf einer Käseplatte, und ein Geschenk, das man nicht oft sieht – es gibt ihn bei uns auch in der Holzschachtel.
Daneben stehen unsere Gläser mit Waldbeeren in Honig, etwa Waldhimbeeren, Walderdbeeren, Waldbrombeeren und Waldheidelbeeren: ganze kleine Früchte, die in Honig eingelegt sind und ihm ihre Säure abgeben.
Drei weitere Erzeugnisse kommen aus dem Bienenstock selbst. Propolis ist das Harz, das Bienen von Knospen sammeln und mit dem sie ihre Behausung abdichten; es ist herb und harzig im Geschmack und wird traditionell tropfenweise verwendet. Blütenpollen sind die farbigen Körnchen, die Bienen an den Hinterbeinen heimtragen – knusprig, leicht bitter, mit blumiger Süße. Perga schließlich, auch Bienenbrot genannt, ist Pollen, den die Bienen in den Waben einlagern und milchsauer vergären lassen: dunkler, bröseliger und säuerlicher als frischer Pollen.
Richtig lagern, richtig verwenden
Honig mag es kühl, dunkel und trocken, am besten bei Zimmertemperatur und fest verschlossen. In den Kühlschrank gehört er nicht. Er nimmt fremde Gerüche an, also nicht neben Zwiebeln oder Gewürzen aufbewahren, und immer einen trockenen Löffel benutzen.
In der Küche ist er vielseitiger, als die meisten ihn einsetzen: auf Butterbrot und im Joghurt selbstverständlich, aber auch im Dressing mit Senf und Essig, in der Marinade für Ofengemüse, zu Blauschimmel- und Hartkäse, über warme Palatschinken, im Lebkuchenteig. In Tee gehört er erst, wenn dieser abgekühlt ist – sonst geht genau das verloren, wofür man ihn gekauft hat. Für dünnflüssige Sorten wie Akazie und Wald lohnt sich ein Holzlöffel für Honig.






