Auf manchen Etiketten steht eine Jahreszahl, auf anderen nicht. Wer nur gelegentlich Wein kauft, übersieht sie leicht – dabei ist sie einer der wenigen wirklich harten Hinweise, die ein Etikett gibt. Sie sagt Ihnen, aus welcher Ernte der Wein stammt, und damit auch, unter welchem Wetter er entstanden ist.
Was die Jahreszahl angibt
Der Jahrgang ist das Jahr der Traubenlese, nicht das Jahr der Abfüllung. Ein Wein mit der Zahl 2021 wurde im Herbst 2021 gelesen; ob er ein halbes Jahr später oder erst nach drei Jahren Fassreife in die Flasche kam, steht dort nicht. Deshalb kann ein junger Weißwein mit einer recht aktuellen Zahl im Regal stehen, während ein Rotwein derselben Ernte erst Jahre später überhaupt in den Verkauf kommt.
Wichtig ist außerdem: Der Jahrgang ist keine Note. Er ist eine Auskunft über die Bedingungen, nicht über die Qualität. Was ein Winzer aus einem schwierigen Jahr macht, hängt von der Lese, der Selektion und der Arbeit im Keller ab.
Warum derselbe Wein jedes Jahr anders schmeckt
Weinbau ist Landwirtschaft, und Landwirtschaft ist Wetter. In einem Sommer mit vielen Sonnenstunden reifen die Trauben weiter aus: mehr Zucker, weniger Säure, oft kräftigere und wärmere Weine. Ein kühleres Jahr bringt umgekehrt mehr Frische und Spannung ins Glas, dafür weniger Wucht. Regen kurz vor der Lese verdünnt, Hagel oder später Frost reduzieren die Menge, ein trockener Spätsommer konzentriert.
Bei den Weinen in unserem Sortiment kommt hinzu, dass sie aus sehr verschiedenen Gegenden stammen. Šumadija rund um Topola liegt kontinental und hügelig, die Negotinska Krajina im Osten Serbiens hat sandige und steinige Böden nahe der Donau, und in der Herzegowina ist das Klima mediterran geprägt. Ein regnerischer Herbst wirkt sich in diesen drei Gebieten ganz unterschiedlich aus – deshalb lässt sich ein Jahrgang nie pauschal für „den Balkan“ beurteilen.
Welche unserer Weine eine Jahreszahl tragen
Nicht jede Flasche in unserem Sortiment nennt den Jahrgang offen im Namen. Diese hier tun es:
- Sauvignon Blanc 2024 – aus der Linie Terasa vom Weingut Matalj, von einem Hügel über der Donau bei Mihajlovac.
- Terasa Chardonnay 2018 – derselbe Weinberg, andere Sorte und ein deutlich älterer Jahrgang.
- Bagrina 2021 – ein trockener Weißwein aus einer alten, in Ostserbien beheimateten Sorte.
- Morava 2020 – trockener Weißwein aus der in Serbien gezüchteten Sorte Morava.
- Crna Tamjanika 2020 – die dunkle Variante der duftenden Tamjanika, hier als trockener Rotwein.
Einen Sonderfall bildet der Stella Noir: Bei dieser Cuvée wählen Sie den Jahrgang direkt auf der Produktseite aus. Wer zwei Jahre nebeneinander probieren möchte, hat hier die einfachste Gelegenheit dazu – gleicher Wein, gleicher Keller, unterschiedliches Wetter.
Wenn keine Jahreszahl dasteht
Fehlt der Jahrgang, ist das kein schlechtes Zeichen. Viele Cuvées werden bewusst aus mehreren Ernten zusammengestellt, damit der Stil Jahr für Jahr gleich bleibt – das ist bei Schaumweinen die Regel und bei Hausmarken häufig. Bei Obstbränden wiederum ergibt ein Jahrgang meist wenig Sinn; dort zählt die Zahl der Reifejahre. Unser Zlatna Nit etwa ist ein neun Jahre gereifter Pflaumenbrand, der Jelicki Dukat reift zwölf Jahre.
Wie lange darf eine Flasche liegen?
Die meisten Weißweine und Rosés sind für die ersten Jahre gemacht und zeigen ihre Frucht genau dann am schönsten. Kräftige Rotweine mit Fassreife halten deutlich länger; bei einigen unserer Weine nennen die Produzenten selbst ein Reifepotenzial, etwa bis zu 15 Jahre beim Vukoje Syrah und in guten Jahrgängen bis zu 30 Jahre bei der Velika Vukoje Selekcija. Das sind Obergrenzen, keine Pflicht: Getrunken werden darf eine Flasche immer dann, wenn Sie Lust darauf haben.
Flaschen zu Hause lagern
Sie brauchen keinen Keller mit Gewölbe, aber ein paar Dinge helfen sehr:
- Kühl und konstant: Zwischen 10 und 15 °C ist ideal. Entscheidender als die exakte Zahl ist, dass die Temperatur nicht ständig schwankt.
- Dunkel: Direktes Sonnenlicht und grelles Kunstlicht schaden, besonders bei hellen Flaschen.
- Liegend bei Naturkork: So bleibt der Korken feucht und dicht. Flaschen mit Schraubverschluss können auch stehen.
- Ruhig und geruchsneutral: Nicht neben Waschmaschine, Heizung oder Putzmitteln. Die Küche ist der schlechteste Ort im Haus.
Eine offene Flasche halten Sie am besten fest verschlossen im Kühlschrank; Weißwein bleibt so zwei bis drei Tage gut, kräftiger Rotwein oft ähnlich lange, wenn Sie ihn vor dem Einschenken wieder etwas wärmer werden lassen. Das ganze Sortiment finden Sie in der Kategorie Wein.
Alkoholische Getränke geben wir nur an Personen ab 18 Jahren ab.






